Blitzermarathon 2025 geht los – Studie bezweifelt Wirkung
Blitzermarathon 2025 geht los – Studie bezweifelt Wirkung

Während die meisten Bundesländer erst nächste Woche mit dem Blitzermarathon 2025 starten, blitzt die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (MV) bereits seit dem 1. April.
Doch eine Studie der Universität Passau stellt die Wirksamkeit solcher Aktionen infrage: Zwar sinken die Unfallzahlen während der Kontrollen – doch der Effekt verpufft oft schon nach wenigen Tagen.

Warum blitzt MV früher als der Rest Deutschlands?
Die Polizei MV begründet die vorzeitigen Kontrollen mit der gestiegenen Zahl von Verkehrstoten 2024. Im Rahmen der Kampagne „Fahren.Ankommen.LEBEN“ sollen Raser abgeschreckt werden. Bisherige Bilanz (Stand 3. April):
- 2.408 kontrollierte Fahrzeuge
- 573 Geschwindigkeitsverstöße
- Extremfälle: 98 km/h in einer 50er-Zone (Ludwigslust), 158 km/h auf der A 24 (Tempolimit: 80 km/h)
Doch lohnt sich der Aufwand wirklich?
Studie der Uni Passau: Blitzermarathon wirkt nur kurzfristig
Forscher analysierten Millionen von Daten und fanden heraus:
Vorteile / Kurzfristige Effekte | Nachteile / Langfristige Probleme |
---|---|
Mehr Autofahrer halten sich an Tempolimits. | Effekt verpufft schon nach 1–2 Tagen. |
Unfallzahlen sinken während der Kontrollen. | Keine dauerhafte Verhaltensänderung. |
Medienberichte schärfen Risikobewusstsein. | Rasern ist Zeitersparnis oft wichtiger als Strafen. |
Polizei zeigt Präsenz (Abschreckungseffekt). | Hoher Personalaufwand für kurzen Erfolg. |
Warum zweifeln die Forscher an der Wirkung
- „Nudging“ (sanfte Verhaltenslenkung) funktioniert nicht, wenn kein echtes Risikobewusstsein da ist.
- Rasern ist die Zeitersparnis oft wichtiger als die Strafen.
- Effekt hält nur an, solange Blitzer sichtbar sind.
Was könnte die Verkehrssicherheit dauerhaft verbessern?
- Dauerhafte Tempolimits (z. B. 130 km/h auf Autobahnen) wirken nachhaltiger.
- Automatische Section-Control (Durchschnittsgeschwindigkeitsmessung) statt punktueller Blitzer – in Deutschland noch nicht eingesetzt.
Bundesweiter Blitzermarathon 2025: Das ist geplant
Während MV bereits seit 1. April blitzt, startet die offizielle „Speedweek“ in den meisten Bundesländern am 7. April 2025, mit Höhepunkt am 9. April (europaweiter Aktionstag).
Teilnehmende Bundesländer & Besonderheiten:
- Bayern: Nur am 9. April bis 10. April um 6 Uhr – alle Messstellen sind öffentlich einsehbar -> zur PDF-Messstellen-Liste
- Thüringen: Ebenfalls nur am 9. April (ohne Standort-Veröffentlichung)
- Brandenburg: Motorradkontrollen (7.-8.4.) + Alleenschutz (9.4.)
- Sachsen: Kombiniert mit Schulweg-Kampagne „Blitz für Kids“
- Hamburg: Festinstallierte + mobile Blitzer
- Berlin/Saarland: Kaum Beteiligung (Kapazitätsprobleme)
Hotspots in anderen Bundesländern:
- Baden-Württemberg: Stuttgart, Karlsruhe
- Rheinland-Pfalz: Mainz, Ludwigshafen
- Autobahnen: A9 (Bayern), A3 (NRW)
Das droht Temposündern beim Blitzermarathon 2025
Wer mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Schon 20 km/h zu viel innerorts kosten 70 Euro. Kritisch wird es ab 21 km/h Überschreitung, denn dann droht bereits ein Punkt in Flensburg.
Bei höheren Überschreitungen verhängen die Behörden ein Fahrverbot – wie im aktuellen Fall aus Ludwigslust mit 98 km/h in einer 50er-Zone (320 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot).
Extreme Raser wie der Fahrer auf der A24 mit 158 km/h (bei erlaubten 80 km/h) riskieren 700 Euro Strafe, 2 Punkte und ein dreimonatiges Fahrverbot.
Besonders unangenehm wird es für Handy-Sünder (100 Euro + 1 Punkt) und Gurtmuffel (30 Euro). Diese Strafen gelten bundesweit einheitlich auch während der gesamten Speedweek vom 7.-13. April.
Ausblick: Blitzermarathon 2025 – kurzer Schock ohne Langzeitwirkung
Die frühen Kontrollen in MV zeigen: Zwar sinken die Raserzahlen während der Aktion, doch die Studie der Uni Passau belegt, dass dieser Effekt nur wenige Tage anhält. Ohne dauerhafte Maßnahmen wie Section-Control oder flächendeckende Tempolimits kehren die Autofahrer schnell zu ihrem alten Fahrverhalten zurück.
Der Blitzermarathon bleibt damit ein wichtiges Symbol für Verkehrssicherheit – doch für nachhaltigen Erfolg braucht MV ein Umdenken hin zu systematischer Überwachung statt punktueller Aktionstage.
Was meinen Sie? Sollten andere Bundesländer wie MV statt Blitzermarathons auf dauerhafte Tempokontrollen setzen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
Artikel bewerten
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen oder weitergeholfen?