Aktualisiert am 21.01.2024 von

Bußgeldkatalog 2024

Entdecken Sie die neuesten Informationen zu Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten aus dem offiziellen Bußgeldkatalog für Deutschland.


Inhaltsverzeichnis des Bußgeldkatalogs


Bußgeldkatalog 2024: Der Punktekatalog für Deutschland

Der zentrale Bußgeldkatalog und Punktekatalog für Deutschland wird vom Kraftfahrt-Bundesamt herausgegeben und ist unter anderem auf Basis der Straßenverkehrsordnung (StVO) aufgebaut.

Die jüngste Aktualisierung des Bußgeldkatalogs stammt vom 01.09.2023 und stellt eine gezielte Maßnahme dar, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und aktuelle Entwicklungen im Verkehrsrecht zu berücksichtigen.

Bereits einige Jahre zuvor wurden die Bußgelder im Rahmen der Bußgeld-Novelle teilweise drastisch erhöht. Seitdem Inkrafttreten des aktuellen Bußgeldkatalogs müssen Verkehrsteilnehmer bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung tief in die Tasche greifen. Die Geldstrafen und Verwarngelder wurden teilweise erheblich angehoben.

Wichtige Regelungen aus dem Bußgeldkatalog 2024

Das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit kann nach dem Inkrafttreten des neuen Bußgeldkatalogs erheblich teurer werden. Sowohl ein unzureichendes Bilden von Rettungsgassen als auch Verstöße im Zusammenhang mit Rechtsabbiegemanövern von Lastkraftwagen werden nun strenger geahndet. Die folgenden Regelungen sind besonders relevant:

  • Die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen bis zu 20 km/h innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften haben sich verdoppelt. Zum Beispiel kostet eine Überschreitung um bis zu 20 km/h innerorts jetzt 70 Euro und außerorts 60 Euro – im Vergleich zu den früheren 35 bzw. 30 Euro.
  • Das Nichtbilden einer Rettungsgasse zieht nun in jedem Fall ein Monat Fahrverbot nach sich, unabhängig davon, ob eine Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung vorlag.
  • Neu eingeführt wurde der Tatbestand des unerlaubten Nutzens einer Rettungsgasse, mit Bußgeldern zwischen 240 und 320 Euro, zwei Flensburger Punkten und einem Monat Fahrverbot, abhängig von der Schwere des Verstoßes.
  • Lastkraftwagen dürfen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen; bei Verstößen sind neben einem Punkt auch Bußgelder von 70 Euro (ohne Gefährdung), 85 Euro (bei Gefährdung) und 105 Euro (bei Unfall) fällig.
  • Die Bußgelder für fehlerhafte Abbiegevorgänge wurden verdoppelt, und bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer kommt ein Monat Fahrverbot hinzu.
  • Das Befahren von Gehwegen, linksseitig angelegten Radwegen und Seitenstreifen wird nun mit bis zu 100 Euro bestraft, anstatt wie zuvor mit bis zu 25 Euro. Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht beim Ein- oder Aussteigen werden ebenfalls mit einer Verdopplung des Bußgeldbetrags geahndet.
  • Die Strafen für das Verursachen von unnötigem Lärm, vermeidbarer Abgasbelästigung und belästigendem Auto-Posing wurden auf bis zu 100 Euro erhöht, im Vergleich zu früher maximal 20 Euro.

Ab wann droht ein Fahrverbot laut aktuellem Bußgeldkatalog?

Fahrverbote können für verschiedene Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung verhängt werden. In der Regel führen Verstöße mit zwei Punkten in Flensburg immer zu einem Fahrverbot, das zusätzlich zum Bußgeld verhängt wird.

  • Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss (Promillegrenze 0,5) führt grundsätzlich zu einem Fahrverbot, das zwischen ein und drei Monaten dauern kann.
  • Geschwindigkeitsübertretungen von 41 km/h und mehr außerorts und ab 31 km/h innerorts ziehen mindestens ein Monat Fahrverbot nach sich.
  • Höhere Übertretungen des Tempolimits können mit zwei bis drei Monaten Fahrverbot bestraft werden, zusätzlich zu einer Erhöhung des Punktekontos in Flensburg um zwei Punkte.
  • Das Überfahren einer roten Ampel mit Sachbeschädigung oder Gefährdung des Verkehrs führt ebenfalls zu einem Monat Fahrverbot.
  • Die Teilnahme an illegalen Autorennen kann neben einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe auch mit einem Fahrverbot geahndet werden.

Der Bußgeldkatalog gilt für alle Bundesländer

Wer wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt, muss nicht befürchten, je nach Bundesland ein unterschiedliches Bußgeld zu bezahlen. Denn die Strafen für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr sind innerhalb von Deutschland einheitlich geregelt.

Sind die Strafen für Bußgeldstellen bindend oder gibt es Spielraum?

Der Bußgeldkatalog beinhaltet festgelegte Bußgelder je nach Tatbestandsnummer. So können die zuständigen Bußgeldstellen die Strafen im Bundesgebiet einheitlich durchsetzen. Die Strafen aus dem Bußgeldkatalog sind für sämtliche Bußgeldstellen bindend, wenn Sie den üblichen Schemata entsprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Buß- und Verwarngeld im Bußgeldkatalog?

Bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten kann die Verwaltungsbehörde Verwarnungen aussprechen und Verwarngelder von 5 bis 55 Euro erheben. Ab 60 Euro wird von Bußgeldern gesprochen. Eine Verwarnung kann auch ohne Verwarngeld ausgesprochen werden.

Ablauf des Bußgeldverfahrens

Nicht nur die Strafen sind in Deutschland einheitlich geregelt, sondern auch deren Durchsetzung. Wird eine Ordnungswidrigkeit festgestellt, versendet die Bußgeldbehörde zunächst einen Anhörungsbogen an den Autofahrer. Das Schreiben enthält die Angaben der Tat und Beweismittel, wie das Blitzerfoto, und bietet dem Betroffenen die Möglichkeit eine Stellungnahme abzugeben.

In der Regel wird der Anhörungsbogen ohne Betrag versendet, d.h. die dazugehörigen Bußgelder, Punkte und Fahrverbote werden noch nicht verkündet. Kann die Bußgeldstelle den Fahrer nicht ermitteln oder weicht der Fahrer auf dem Foto vom Halter ab, wird ein Zeugenfragebogen zur Fahrerermittlung versendet.

Hält die Behörde an der Anschuldigung fest und hat den korrekten Fahrer ermittelt, wird ein Bußgeldbescheid zugestellt. Dieser kündigt die offizielle Strafe an. Ab dem Zeitpunkt der Zustellung besteht die Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen Einspruch einzulegen. Wird diese Frist versäumt, wird der Bescheid rechtskräftig.

Punkte in Flensburg
In Deutschland werden alle Autofahrer, die eine Verkehrsordnungswidrigkeit oder Straftat im Straßenverkehr begangen haben, die mindestens mit einem Punkt bestraft werden, in einer zentralen Verkehrssünderkartei registriert. Das Fahreignungsregister (FAER) wird vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg verwaltet. Dort kann auch der aktuelle Punktestand abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Verkehrsrecht

In unserem Blog für Mobilität, Recht und Verkehr finden Sie die Informationen zu den neuesten Entwicklungen im Straßenverkehr.

Bußgeldbescheid erhalten?
Laut Studie sind 56% der Bescheide fehlerhaft.

Quellen
[1]
Kraftfahrt-Bundesamt, 01.09.2023, Bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog 15. Auflage
[2]
Bundesministerium für Digitales und Verkehr, 01.11.2023, Informationen zum Bußgeldkatalog
[3]
Kraftfahrt-Bundesamt, Abgerufen am 10.11.2023, Verkehrsauffälligkeiten

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